Winter in Südspanien: Wo ist es wirklich am wärmsten?
Während in Deutschland die Tage grau und kalt sind, sitzt man an der südspanischen Küste mit etwas Glück bei 20 Grad in der Sonne. Doch wo ist es im Winter tatsächlich am wärmsten?
Wer im Winter ein paar Wochen im Süden Spaniens verbringen möchte, hat die Qual der Wahl. Die Costa del Sol gilt als Klassiker für Sonnenhungrige, Almería lockt mit besonders trockenem Klima und die Costa Tropical verspricht schon mit ihrem Namen angenehme Temperaturen. Aber nicht überall, wo im Sommer die Sonne brennt, ist es auch im Winter besonders warm. Und manchmal liegen zwischen zwei Küstenorten nur wenige Kilometer, aber spürbare Unterschiede beim Wetter.
Almería: Wenig Regen, viel Sonne
Almería hat einen entscheidenden Vorteil: Es regnet vergleichsweise selten. Die Stadt liegt in einer der trockensten Regionen Europas und das macht sich gerade im Winter bemerkbar.
Im Januar erreicht das Thermometer tagsüber durchschnittlich 16,9 Grad, im Februar sind es 17,6 Grad. Dazu kommen im Januar rund 194 Sonnenstunden. Zum Vergleich: Málaga bringt es auf etwa 180.
Noch deutlicher ist der Unterschied beim Regen. Während in Málaga im Januar durchschnittlich 69 Millimeter Niederschlag fallen, sind es in Almería gerade einmal 24 Millimeter.
Wer also vor allem Sonne tanken und möglichst selten den Regenschirm auspacken möchte, ist hier gut aufgehoben. Allerdings kann der Wind an der Küste manchmal unangenehm frisch werden.
Costa Tropical: Mildes Klima im Schutz der Berge
Almuñécar, La Herradura und Salobreña gehören zu einer Küstenregion, die bei deutschen Urlaubern oft etwas unter dem Radar läuft.
Die Costa Tropical verdankt ihr mildes Klima vor allem ihrer Lage zwischen Mittelmeer und den Bergen im Hinterland. Die Höhenzüge schützen die Küste teilweise vor kalten Nordwinden. Hier wachsen sogar Mangos, Avocados und Cherimoyas.
An sonnigen Wintertagen lässt es sich in einer windgeschützten Bucht durchaus im T-Shirt aushalten. Eine Garantie für Badewetter ist das natürlich nicht. Auch vom Namen „Tropical“ sollte man sich nicht täuschen lassen. Auch hier gibt es kühle und regnerische Tage. Wer es etwas ruhiger mag und nicht unbedingt die großen Ferienorte braucht, kann sich diese Gegend aber genauer ansehen.

Málaga und die Costa del Sol: Der Winterklassiker
Málaga ist nicht ohne Grund bei Überwinterern beliebt. Mit durchschnittlich 16,8 Grad im Januar und 17,7 Grad im Februar sind die Temperaturen angenehm mild. An schönen Tagen sind auch mehr als 20 Grad drin.
Allerdings gehört der Winter zu den regenreicheren Jahreszeiten. Besonders im Dezember kann es kräftig schütten. Dafür gibt es zwischen den Regenperioden oft längere sonnige Abschnitte. Ein großer Pluspunkt ist die Infrastruktur. Málaga bleibt auch im Winter lebendig, Restaurants und Geschäfte sind geöffnet und es gibt reichlich Möglichkeiten für Ausflüge.
Auch Nerja, Torrox Costa, Marbella und Estepona sind beliebte Winterquartiere. Torrox wirbt sogar mit dem „besten Klima Europas“. Das klingt gut, ist allerdings eher ein Werbeslogan als ein belegter Titel.
Und die Atlantikküste?
Cádiz, Conil oder El Puerto de Santa María haben auch im Winter ihren Reiz. Die Temperaturen sind meist mild, doch der Atlantik sorgt häufiger für Wind und wechselhaftes Wetter.
Wer möglichst oft windgeschützt in der Sonne sitzen möchte, dürfte an der Mittelmeerküste besser aufgehoben sein.
Málaga oder Almería – wer liegt vorn?
Ein Blick auf die langjährigen Klimawerte des spanischen Wetterdienstes AEMET zeigt, dass die Temperaturunterschiede kleiner sind, als man vielleicht erwartet.
| Durchschnittswerte | Málaga | Almería |
|---|---|---|
| Höchsttemperatur Januar | 16,8 °C | 16,9 °C |
| Höchsttemperatur Februar | 17,7 °C | 17,6 °C |
| Sonnenstunden Januar | 180 | 194 |
| Niederschlag Januar | 69 mm | 24 mm |
Quelle: AEMET, Klimamittel 1981–2010, Flughafenstationen Málaga und Almería.
Bei den Temperaturen herrscht praktisch Gleichstand. Almería hat allerdings beim Regen klar die Nase vorn.
Was Überwinterer nicht unterschätzen sollten
Auch wenn man mittags bei Sonnenschein draußen Kaffee trinken kann, werden die Nächte empfindlich kühl. Und viele spanische Wohnungen sind für den Winter erstaunlich schlecht gerüstet.
Kalte Fliesen, schlecht isolierte Fenster und fehlende Heizungen können den Aufenthalt ungemütlicher machen als erwartet. Wer länger bleiben möchte, sollte deshalb bei der Unterkunft nicht nur auf Meerblick und Balkon achten, sondern unbedingt auch auf eine vernünftige Heizmöglichkeit.
Und das Meer? Mit Wassertemperaturen von häufig etwa 14 bis 17 Grad ist es im Winter eher etwas für Hartgesottene.
Wo lohnt sich der Winterurlaub nun am meisten?
Wer möglichst wenig Regen und viele Sonnenstunden möchte, hat mit Almería gute Karten. Die Costa Tropical punktet mit geschützten Küstenorten und einem angenehm milden Klima. Málaga und die Costa del Sol bieten dafür mehr Abwechslung und eine ausgezeichnete Infrastruktur.
Einen eindeutigen Sieger bei den Temperaturen gibt es nicht. Dafür liegen die Werte zu dicht beieinander.
Eines haben die Küstenorte aber gemeinsam: Während man in Deutschland morgens oft erst die Autoscheiben freikratzen muss, kann man hier mit etwas Glück schon beim Frühstück draußen sitzen.
